Fachbeitrag von Dominic Duer, Geschäftsführer der GLASSRESQ AG
Glaskratzer im Bauabschluss sind ein unterschätztes Risiko
Im Dezember geraten Bauprojekte in der Schweiz unter massiven Druck. Projektabschlüsse, Schlussrechnungen, Feiertage, Leerstandskosten, Wintereinbruch und Zeitmangel treffen aufeinander. Genau in dieser Phase treten häufig Glaskratzer zutage, die über Monate verdeckt waren.
Fenster, Fassadenverglasungen und Absturzsicherungen zeigen nach Entfernung von Schutzfolien, Staub oder Etiketten feine Kratzer. Für Generalunternehmer, Bauleiter und Bauherren bedeutet das: Ein scheinbar kleiner Mangel wird plötzlich zur Projektblockade.
Glaskratzer gelten in den meisten Fällen als Mangel im Sinne der SIA-Norm 118. Wer hier nicht rechtzeitig reagiert, riskiert teure Nachträge, Verzögerungen bei der Abnahme, belastete Kundenbeziehungen und rechtliche Auseinandersetzungen während der Gewährleistungsphase.
Faustregeln zur Oberflächenbeurteilung: Schnelle Sichtprüfung
Warum Glaskratzer juristisch relevant sind
Gemäss geltender Baupraxis stellen sichtbare Kratzer auf Glasflächen eine optische Beeinträchtigung dar. Das bedeutet eine klare Abweichung vom geschuldeten Werk gemäss Vertrag.
Sichtbare Glasmängel müssen entweder vor der Abnahme behoben oder im Abnahmeprotokoll aufgeführt werden. Geschieht das nicht, drohen Rückstellungen, Diskussionen mit Investoren, Käufern oder Verwaltungen und im schlimmsten Fall gerichtliche Klärungen.
Häufig entstehen die Schäden durch fehlerhafte Reinigung, ungeschützte Bauprozesse oder mangelhafte Abstimmung zwischen Gewerken. Typische Ursachen sind unsachgemässe Klingenreinigung, Schleifstaub auf ungeschütztem Glas, Schäden durch Gerüstbau oder spätere Montagearbeiten ohne Schutzkonzept.
Glaskratzer sind die Regel, nicht die Ausnahme
Erfahrungswerte aus Neubauprojekten und Fachquellen zeigen ein deutliches Bild. Zwischen 50 und 100 Prozent der Glasflächen eines Projekts sind am Ende in unterschiedlichem Ausmass von Kratzern betroffen.
Ein grosser Teil dieser Schäden entsteht in den letzten Bauwochen. Reinigungsteams arbeiten unter Zeitdruck, meist ohne Spezialausbildung für Glasflächen und mit Werkzeugen, die nicht für gehärtetes oder beschichtetes Glas geeignet sind.
Laut Einschätzung von Sanierungsbetrieben wie GLASSRESQ lassen sich über 90 Prozent dieser Kratzer durch professionelle Glassanierung vollständig beseitigen. Ohne Ausbau der Scheiben, ohne Lieferfristen und ohne Qualitätsverlust.
Warum Dezember der gefährlichste Monat für Glasmängel ist
Viele Projekte müssen aus buchhalterischen Gründen bis Jahresende abgeschlossen sein. Gleichzeitig erwarten Investoren und Eigentümer den Bezug, die Vermietung oder den Verkauf zum Stichtag.
Auf der Baustelle herrschen erschwerte Bedingungen. Tageslicht ist knapp, Personalressourcen sind ausgelastet, der Terminplan eng. Reinigungsarbeiten erfolgen oft in letzter Minute und werden an günstige Anbieter vergeben, die schnell und ohne klare Vorgaben arbeiten.
Ergebnis sind Schlieren, Wischspuren, oberflächennahe Kratzer oder tiefe Schleifspuren. Für Projektverantwortliche beginnt damit ein Entscheidungskonflikt. Entweder sie akzeptieren die Mängel und riskieren spätere Streitigkeiten. Oder sie verschieben die Abnahme, was neue Kosten und Verzögerungen mit sich bringt.
SmartRepair als Alternative zum Austausch von Verglasung
SmartRepair ist ein etabliertes Verfahren zur Instandsetzung von Glasoberflächen. Statt die komplette Scheibe zu ersetzen, werden Kratzer mit spezialisierten Maschinen und geschultem Personal lokal entfernt.
Das Vorgehen basiert auf einem präzisen Materialabtrag im Bereich des Schadens. Danach wird die Fläche poliert und optisch an die Umgebung angepasst. Dies geschieht auf der Baustelle, ohne Ausbau, ohne Lieferfristen und ohne Eingriffe in angrenzende Bauteile.
Die Kosten liegen deutlich unter denen eines Austauschs. Während SmartRepair je nach Aufwand zwischen CHF 400 und CHF 1’500 pro Scheibe kostet, summiert sich ein vollständiger Glasaustausch schnell auf CHF 1’800 bis CHF 3’500 pro Element.
Zusätzliche Vorteile sind kurze Reaktionszeiten, minimale Eingriffe in bestehende Konstruktionen und der Wegfall von Risiken wie Farb- oder Strukturabweichungen bei Neuglas.
Rechtliche Grundlagen nach SIA-Norm 118
Die SIA-Norm 118 regelt den Ablauf von Bauabnahmen und Mängelrügen. Entscheidend ist die Frist von 30 Tagen nach Anzeige der Werkvollendung. Erfolgt keine gemeinsame Abnahme, gilt das Werk als stillschweigend abgenommen.
Ab diesem Zeitpunkt beginnt die zweijährige Rügefrist für offensichtliche Mängel. Für verdeckte Mängel gilt eine verlängerte Frist von drei weiteren Jahren, allerdings mit erschwerter Beweisführung.
In der Praxis bedeutet das: Kratzer auf Glasflächen müssen bei der Abnahme dokumentiert und idealerweise vorher beseitigt werden. Werden sie übersehen, verschiebt sich das Problem in die Rügephase und verursacht zusätzlichen Aufwand durch Gutachten, Rechtsabklärungen und Abstimmungen mit Versicherungen.
Strukturierte Umsetzung im Projektverlauf
GLASSRESQ arbeitet mit einem klaren Ablaufmodell für Baustellen im Endstadium.
Erster Schritt ist eine Sichtprüfung nach der ersten Reinigung. Dabei werden alle betroffenen Flächen erfasst und dokumentiert. Im zweiten Schritt beurteilen Fachtechniker, welche Schäden sanierbar sind und welcher Aufwand zu erwarten ist.
Sanierungsarbeiten werden gebündelt, um Zugangslogistik, Gerüstzeiten oder Etappenübergaben optimal zu nutzen. Nach erfolgter Bearbeitung erfolgt die Qualitätssicherung mit Protokoll und Fotodokumentation.
Dieser Ablauf ist für Generalunternehmer besonders effizient, weil keine Koordination mit mehreren Kleinanbietern notwendig ist. Alle Leistungen erfolgen aus einer Hand, mit klaren Verantwortlichkeiten und nachvollziehbaren Ergebnissen.
Vorteile für Bauherren, Investoren und GU
Der gezielte Einsatz von SmartRepair im Bauabschluss bringt messbare Vorteile.
Bauherren profitieren von makellosen Glasflächen beim Erstbezug und vermeiden Diskussionen mit Käufern oder Mietern. Generalunternehmer reduzieren Mängel bei der Abnahme, sparen Kosten und sichern den Terminplan.
Investoren erhalten ein technisch mängelfreies Werk, ohne Risiken durch Austauschverzögerungen oder Qualitätsabweichungen.
Zusätzlicher Nutzen entsteht durch die bessere CO₂-Bilanz. Der Austausch grosser Glasflächen ist ressourcenintensiv, während SmartRepair Material, Transport und Entsorgung vermeidet.
Die Planbarkeit von Aufwand und Kosten macht SmartRepair zu einem verlässlichen Werkzeug im professionellen Bauabschluss.
Fazit
Glaskratzer bei der Bauabnahme sind ein systematisches Risiko, besonders im Dezember. Wer sie ignoriert, riskiert Nachträge, Terminverschiebungen und juristische Auseinandersetzungen.
SmartRepair ist eine wirtschaftlich und technisch überzeugende Lösung, die Schäden punktgenau beseitigt, Projekte stabilisiert und Vertrauen schafft.
GLASSRESQ unterstützt Generalunternehmer, Bauleiter und Bauherren dabei, Glasmängel effizient und nachhaltig zu beheben. Damit werden Glasflächen nicht zur Schwachstelle des Projekts, sondern zum sichtbaren Beleg für Sorgfalt und Qualität.

Dominic Duer
Geschäftsführer
GLASSRESQ AG – Fachbetrieb für professionelle Glassanierung in der Schweiz
